Über mich

Sokrates in Berlin – Über mich: Dr. phil. Michael Gutmann

Mein Name ist Dr. Michael Gutmann. Ich lebe und arbeite in Berlin und beschäftige mich seit vielen Jahren mit einer Frage, die vielleicht einfacher klingt, als sie ist:

Wie kann ein Mensch lernen, klarer zu denken und sich selbst besser zu erkennen?

Über mich,
Dr. phil. Michael Gutmann, Berlin

Ich bin Philosoph, Pädagoge, Bildungswissenschaftler und Autor. Ursprünglich habe ich Maschinenbau studiert, und meine Liebe zur Technik ist mir geblieben. Vielleicht stammt auch daher ein Teil meiner Neigung, Dinge nicht nur zu betrachten, sondern verstehen zu wollen, wie sie zusammenhängen, wodurch sie funktionieren und an welcher Stelle ein Gedankengang plötzlich nicht mehr trägt.

Doch Menschen sind keine Maschinen, und das Denken ist kein Getriebe. Gerade darin begann für mich immer stärker die philosophische Frage.

Mein Bezugspunkt: Der antike Sokrates

Mein wichtigster Bezugspunkt wurde Sokrates und mit ihm Platon. Nicht deshalb, weil ich in der Antike leben möchte oder weil ich glaube, zweieinhalbtausend Jahre alte Antworten ließen sich unverändert auf unsere Gegenwart übertragen. Mich interessiert vielmehr die Entdeckung, die hinter dem sokratischen Denken steht: dass der Mensch sich selbst und seine Überzeugungen zum Gegenstand der Prüfung machen kann.

Wir können denken. Aber wir können auch über unser Denken nachdenken.

Wir können etwas für richtig halten. Aber wir können uns auch fragen, warum wir es für richtig halten.

Wir können handeln. Aber wir können uns auch fragen, ob das, was wir tun, tatsächlich gut ist.

In dieser Möglichkeit sehe ich eine der größten Fähigkeiten des Menschen.

Meine Kunst des Zuhörens

Ein wesentlicher Teil meiner Arbeit besteht deshalb im Zuhören. Wenn Menschen mir von ihrem Leben, z. B. in meiner PHILOSOPHISCHEN PRAXIS SokratesBerlin oder meinem Angebot des MITEINANDER REDENS, erzählen, von Schwierigkeiten, Entscheidungen, Hoffnungen oder Konflikten, interessiert mich nicht zuerst eine schnelle Lösung. Mich interessiert, was sie denken, wenn sie erzählen. Welche Begriffe verwenden sie? Welche Annahmen liegen darunter? Was halten sie für selbstverständlich? Wo widersprechen sich Gedanken, ohne dass es zunächst auffällt?

Oft verändert sich eine Situation bereits dadurch, dass ein Mensch genauer erkennt, was er eigentlich denkt.

Selbsterkenntnis bedeutet für mich deshalb nicht vor allem, immer tiefer in Gefühle hineinzuschauen. Gefühle sind wichtig, und sie können uns vieles anzeigen. Doch sie beantworten nicht von selbst die Frage, ob eine Annahme wahr, ein Urteil begründet oder eine Entscheidung gut ist. Dazu brauchen wir Denken, Sprache, Unterscheidungsvermögen und Vernunft.

Vernunft besitzt für mich dabei nichts Kaltes oder Lebensfernes. Sie ist im Gegenteil eine menschliche Möglichkeit, Abstand vom bloßen Augenblick zu gewinnen. Durch sie können wir Gründe gegeneinander abwägen, Begriffe unterscheiden, Folgen bedenken und unser eigenes Urteil korrigieren.

Wir müssen nicht Gefangene unseres ersten Gedankens bleiben.

Die Kunst der
NEUEN VERNUNFT

Aus dieser Überzeugung ist in den vergangenen Jahren das Projekt der NEUEN VERNUNFT entstanden. Neu soll dabei nicht die Vernunft selbst werden. Die Fähigkeit des Menschen, Gründe zu prüfen und nach Wahrheit zu fragen, ist sehr alt. Neu werden muss vielleicht unsere Bereitschaft, von ihr wieder ernsthaft Gebrauch zu machen.

Mich beschäftigt dabei besonders die Idee eines rechenschaftsfähigen Denkens. Wer etwas behauptet, sollte zumindest grundsätzlich bereit sein, danach zu fragen, worauf diese Behauptung beruht. Das gilt für politische Überzeugungen ebenso wie für pädagogische Theorien, therapeutische Modelle, gesellschaftliche Moden und selbstverständlich auch für die eigenen Gedanken.

Niemand ist von dieser Prüfung ausgenommen.

Auch ich nicht.

Sokrates als ständiger Begleiter

Gerade deshalb gefällt mir Sokrates als Begleiter so sehr. Er erscheint bei Platon nicht als ein Mann, der überall fertige Antworten verteilt. Er fragt. Er prüft. Er bringt Menschen dazu, ihre eigenen Aussagen genauer anzusehen. Und nicht selten endet ein Gespräch dort, wo man erkennt, dass man weniger sicher weiß, als man am Anfang glaubte.

Das mag zunächst wie ein Verlust erscheinen.

Ich halte es für einen Gewinn.

Wirklicher Gewinn

Denn erst dort, wo Scheinwissen schwindet, entsteht Raum für wirkliche Erkenntnis.

Neben der Philosophie gehört das Schreiben seit Langem zu meinem Leben. Schreiben ist für mich nicht bloß das Aufzeichnen fertiger Gedanken. Im Schreiben werden Gedanken sichtbar. Ein unklarer Satz weist häufig auf einen unklaren Gedanken hin; ein genauer Satz zwingt dagegen zur Entscheidung darüber, was tatsächlich gesagt werden soll.

Dieser Blog ist deshalb auch eine persönliche Denkwerkstatt.

Dieser Blog:
Ein Ort der Freiheit

Hier möchte ich nicht nur über die großen Themen sprechen und schreiben, mit denen ich mich seit Jahren beschäftige. Ich möchte mir ebenso die Freiheit nehmen, auf das zu reagieren, was mir im Alltag und in unserer Gegenwart begegnet: auf Bücher und Debatten, politische Ereignisse und kulturelle Entwicklungen, auf Sprache, Technik, Bildung und gelegentlich vielleicht auf Dinge, die zunächst gar nicht philosophisch erscheinen.

Ich möchte dabei weder über allem stehen noch für alles eine fertige Antwort besitzen.

Aber ich möchte fragen dürfen.

Ich möchte unterscheiden dürfen.

Ich möchte mich wundern dürfen.

Und ich möchte dort widersprechen dürfen, wo mir ein Gedanke bei näherer Prüfung nicht trägt.

Dieser Blog heißt deshalb Sokrates in Berlin.

Sokrates steht für die Frage.

Berlin steht für die Gegenwart.

Und irgendwo dazwischen schreibe ich.



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